Viersen-Dülken, Kreuzherrenstraße 49, städtische katholische Grundschule (“Kreuzherrenschule”)

Baujahr: 15.-18. Jahrhundert; 1905 – Eintragung in die Denkmalliste: 03.11.1993

Die heutige Kreuzherrenschule befindet sich an geschichtsträchtiger Stelle am Rande des historischen Stadtkerns von Dülken. 1479 wurde hier durch Graf Vincenz von Moers ein Kreuzherrenkloster gegründet, das, obwohl nie zu den bedeutendsten seiner Art im Rheinland zählend, bis 1802 existierte.

Der Kreuzherrenorden wurde im frühen 13. Jahrhundert im Zuge der Kreuzzugsbewegung gegründet und verbreitete sich in den folgenden drei Jahrhunderten von den südlichen Niederlanden (Bistum Lüttich) aus. Als Gründer gilt Theodor von Celles. Die Ordensregel vereint Elemente der Augustinerregel und des Dominikanerordens und betont in besonderem Maße das gemeinsame Chorgebet. Seine größte Blüte hatte der Orden im 15. Jahrhundert, das Rheinland bildete neben seinen Stammlanden einen Schwerpunkt seiner Verbreitung.

Unmittelbar sichtbare bauliche Zeugen des ehemaligen Klosters sind heute - die Klosterkirche wurde 1872 durch einen Brand zerstört - noch die Marienkapelle und die Klostermauer entlang des Ostwalls und der Hospitalstraße. Die Klostergebäude erfuhren nach der Säkularisation unterschiedliche Nutzungen. 1833 wurde in ihnen eine höhere Bürgerschule eingerichtet (ab 1857 Mädchenschule). Der heutige Zustand geht zwar auf einen durchgreifenden Umbau mit Aufstockung 1905 zurück, gleichwohl sind mit Sicherheit noch Reste vom aufgehenden Mauerwerk der zu Beginn des 19. Jahrhunderts stehenden Klostergebäude im heutigen Bau enthalten. Ihr genauer Umfang ist allerdings nicht näher bestimmt.

Die Kreuzherrenschule, auch Südschule genannt, ist ein dreigeschossiger Backsteinbau mit Walmdach auf L-förmigem Grundriss. Die schlicht gestaltete Fassade ist an einigen Stellen durch symmetrisch angeordnete Backsteinbänder akzentuiert. Die Fenster im Erd- und ersten Obergeschoss sind teilweise mit einem Flachbogen versehen. Die Aufteilung der Fensterflächen im Erd- und 1. Obergeschoß ist identisch, ein zwei- bis dreiflügeliges, sprossenunterteiltes Fenster mit Oberlicht. Zwischen den beiden Obergeschossen vermittelt ein kräftiges Gurtgesims (ehemals Dachgesims), das mit zwei untereinander angereihten Zahnfriesen geschmückt ist. Das aufgesetzte zusätzliche Stockwerk ist als Fachwerkkonstruktion ausgeführt.

Im heutigen Garten des Hauses Kreuzherrenstraße 29 ist die sechseckige ehemalige Marienkapelle zu finden. Ihr Standort markiert zugleich den alten Klostergarten. Der Baukörper ist aus Backstein mit verputztem Sockel und einem verschieferten Pyramidendach. Der sechseckige Grundriss wird betont durch die in den Eckpunkten auskragenden Pfeiler.

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