Viersen-Dülken, Mühlenberg 1, “Paul-Weyers-Schule”

Baujahr: 1893 - Bauherr: Stadt Dülken - Architekt: Rudolf Ulrich, Stadtbaumeister – Eintragung in die Denkmalliste: 14.09.1988

Die Schule am Mühlenberg, auch als “Nordschule” bekannt, wurde 1891-93 nach einem Entwurf des Dülkener Stadtbaumeisters Rudolf Ulrich errichtet. Ursprünglich war sie eine achtklassige katholische Volksschule. Seit 1973 ist die heutige Grundschule nach dem Mundartdichter Paul Weyers benannt.

Das zweigeschossige Gebäude mit Souterrain und Walmdach ist in zweifarbigen Backsteinmauerwerk mit roten und gelben Ziegeln ausgeführt. Die Hauptfassade ist durch Lisenen und Friese aus roten Ziegeln in einzelne Felder gegliedert. Ein Mittelrisalit, mit Dreieckgiebel überhöht, ist wie die äußeren Felder im Erd- und Obergeschoss in drei Achsen unterteilt. Das Dachgeschoss gliedert sich im Mittelfeld in vier Fensterachsen. Die Giebelseiten des Gebäudes sind jeweils mit einer Fensterachse und abschließendem Giebel versehen. Auf dieser Achse ist im Inneren des Gebäudes der Flur angeordnet. Somit ist bereits am Außenbau erkennbar, dass die Schule im Inneren noch einen Mittelflur besitzt, wohingegen kurze Zeit darauf das einhüftige Grundrisschema mit Seitenflur sich durchsetzen sollte. Dieses galt als fortschrittlicher, weil hierdurch auch die Flure ausreichendes Tageslicht erhalten konnten.

Einige allerdings bereits seit langem bestehende Veränderungen entsprechen nicht dem historischen Erscheinungsbild: so sind die ehemals über den First hochragenden vorgeblendeten Giebel mit Bekrönung auf allen vier Seiten gekappt. Darüber hinaus sind die ursprünglich vorhandenen Dachgauben durch Dachflächenfenster ersetzt und die ursprüngliche Fensterteilung wurde durch moderne Schwingfenster verändert.

Gleichwohl ist sie ein typisches und gut erhaltenes Beispiel für die Schularchitektur Ende des 19. Jahrhunderts. Ihre Formensprache unterscheidet sich sowohl von der älteren neugotischen Detaillierung z.B. der ehem. Höheren Bürgerschule von 1872 neben dem Rathaus, mit der sie wiederum den Backsteinrohbau gemeinsam hat, als auch von jenen antihistoristischen Reformarchitekturen nach der Jahrhundertwende, wie sie z.B. in Viersen bei Kloster- und Körnerschule verwirklicht sind.

Architekt der Nordschule war Rudolf Ulrich, von 1889 bis 1907 Dülkens erster Stadtbaumeister. Auf ihn gehen sowohl der Stadtbauplan von 1894 als auch prominente Gebäude wie das Alte Rathaus, das Kaiser-Wilhelm-Krankenhaus die Synagoge und das Alte Rathaus in Süchteln zurück.

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