Boisheim - Vor dem Pastorat
Tag des offenen Denkmals 2002

Katholische Pfarrkirche St. Peter
Die erste urkundliche Nachricht ĂŒber die sicherlich schon Ă€ltere Kapelle an diesem Ort gibt der zwischen 1258 und 1291 geschriebene „Liber procurationem et petitionum archidiaconi Xantensis“. Eine Urkunde von 1304 bezeugt, dass die Kirche damals bereits im Besitz der Kölner Abtei St. Pantaleon gewesen sein muss. Bis zur SĂ€kularisation stellte St. Pantaleon die Pfarrer.
1487 wird, gemĂ€ĂŸ einer Inschrift auf der Nordseite, die noch heute stehende Kirche errichtet. 1898 erhĂ€lt sie einen Erweiterungsbau nach Westen, dem der alte Turm zum Opfer fĂ€llt (Architekten: RĂŒdell & Odenthal, Köln). 1901/02 erfolgt die Ausmalung der Kirche durch den Maler Jakob Rensing aus Köln. Nach BeschĂ€digung des Zweiten Weltkrieges wird seit 1952 die gesamte Kirche instand gesetzt, die EingĂ€nge neben dem neugotischen Turm werden zu Kapellen umgebaut und zwei EingĂ€nge auf der SĂŒd- und Nordseite neu errichtet. Zudem wird der Kirchenraum 1954 durch Gangolf Minn aus BrĂŒhl farbig gefasst. Die Restaurierung des Chorraumes erfolgte 1960.
Bei der Pfarrkirche St. Peter handelt es sich um einen Backsteinbau mit streifenweise Tuffstein. Die Fenster sind in Werkstein gefasst. Der Baukörper zeigt sich dreischiffig zu fĂŒnf Jochen mit vorgebautem Westturm und schmalem Chorjoch.
Der Altbau gehört zusammen mit den Pfarrkirchen in Amern, Waldniel und Dilkrath in eine Gruppe spĂ€tgotischer niederrheinischer Pseudobasiliken, an den sich der Neubau harmonisch anschließt.
 

Pastoratstraße 3, katholisches Pfarrhaus
Das Pfarrhaus, ein Backsteinbau aus dem Jahre 1889, wurde nach den PlĂ€nen des Architekten Julius Busch aus Neuss errichtet. Die Frontfassade des zweigeschossigen GebĂ€udes gliedert sich in fĂŒnf Achsen, wobei die erhöhte Mittelachse durch einen Treppengiebel besonders hervorgehoben wird. Dort steht in einer Rundbogennische die Figur des Guten Hirten. Das GebĂ€ude erfĂ€hrt eine horizontale Gliederung durch ein gemauertes Fensterbank- und Sockelgesims. Ein strukturiertes Kranzgesims bildet den Abschluss zum Pyramidendach.
Im Inneren des vollstĂ€ndig im Originalzustand erhaltenen GebĂ€udes ist im Flur ein Mettlacher Fliesenboden und in den ĂŒbrigen RĂ€umen Dielenböden sichtbar. Der Keller ist mit Kappendecken ausgebildet.
Als beispielhafte Architektur seiner Epoche bildet das GebÀude heute einen markanten Punkt im wesentlich Àlteren Ortskern.

Pastoratstraße 1
Das in unmittelbarer NĂ€he der Kirche errichtete, zweigeschossige, backsteinsichtige GebĂ€ude mit Satteldach stammt aus dem 18. Jahrhundert, jedoch werden TĂŒre und Fenster nach 1900 verĂ€ndert.
Die Fassade ist in fĂŒnf Achsen gegliedert, wobei sich der Eingang mittig befindet. Die EingangstĂŒre ist mit floralen Schmiedearbeiten geschmĂŒckt. Die Fenster, zweiflĂŒgelig mit Oberlicht, sind in einer selten gewordenen Teilung mit segmentbogenförmigen Sprossen, die von Stegen getragen werden, geteilt (jĂŒngst erneuert).
An den rĂŒckwĂ€rtigen Bereich schließen eingeschossige Backsteinbauten an.
Im Inneren des GebÀudes ist eine Stuckdecke mit floralen Ornamenten des Jugendstils sichtbar. Der aus Ziegelsteinen gemauerte Gewölbekeller befindet sich unter der rechten HÀlfte des Hauses.

Text: BĂŒrgerverein von Boisheim e.V., auf Grundlage der Denkmalliste (Untere Denkmalbehörde der Stadt Viersen)

 

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