Carl-von-Ossietzky-Straße

Carl-von-Ossietzky-Straße 2
Baujahr: 1906
Bauherr: Willy Esser
Entwurf: Willy Esser
ursprüngliche Nutzung: Wohn- und Bürohaus
heutige Nutzung: Wohnhaus
Das Gebäude ist mit seiner Straßenfassade an der Ecke zur Burgstraße stadtbildprägend. Im Zusammenhang mit den übrigen Wohnhäusern an der Carl-von-Ossietzky-Straße beherrscht diese Hauszeile das Straßenbild in der räumlichen Situation mit dem barocken Stadtgarten. Die Gesamtheit ist städtebaulich, wie auch gestalterisch als eine selten gewordene Einheit im Ensemble zu sehen. Weiterhin sind die Gebäude ein Zeugnis des großen wirtschaftlichen Aufstiegs der Stadt Viersen Ende des 19. Jahrhunderts und spiegeln die bürgerliche Baugesinnung wieder. Die alten Straßenbezeichnungen, wie - Am Rathausplatz - Casinostraße - Am Stadtgarten - Mozartstraße - , geben auf ihre Weise die wechselvolle Stadtgeschichte wieder.
Beschreibung: Das zweigeschossige Haus mit Mansarddach ist zu jeder Seite mit einem Giebelaufbau versehen, wobei der höhere in Fachwerkkonstruktion zur Parkanlage gerichtet ist. Ein orthogonaler Erker betont die Ecke. Das Obergeschoss ist mit Naturschiefer verkleidet. Bemerkenswert ist ein weiterer Erker in massiver Holzkonstruktion mit Schnitzwerk, der den Eingang mit der originalen Türe überdeckt. Die Fenster zum Souterrain sind mit schmiedeeisernen Gitter versehen. Der Sockel ist in Bruchstein ausgebildet.
Im Inneren des Hauses befindet sich ein großzügiges Treppenhaus in unverändertem Zustand. Die Treppenhaustüren haben je einen Lichtausschnitt mit Bleiverglasung.
Die architektonische Qualität des Hauses sowie die großenteils originale Innenausstattung dokumentieren das künstlerische Schaffen des Viersener Architekten Willi Esser.

Carl-von-Ossietzky-Straße 4
Baujahr: 1905
Bauherr: Heinrich Grefkes
Entwurf: A. Herrmann (Mönchengladbach)
ursprüngliche und heutige Nutzung: Wohnhaus
Die zweigeschossige Doppelhaushälfte ist mit einem vorderseitigen Mansarddach, aus dem ein spitzer Giebel hervorspringt, überdeckt. Die Schräge des Mansarddachs sowie der Giebel sind mit Biberschwanzpfannen eingedeckt. Die Fassade des Hauses teilt sich in zwei Achsen. Die mit einem Gewölbe übermauerte Eingangstreppe ist auf der linken Seite angeordnet; darüber befindet sich ein Fenster. Auf der zweiten Achse liegen Fenster, Erker und Giebelspitze übereinander. Der Erker schließt mit einem schmiedeeisernen Geländer ab. Die Fenster des Dachgeschosses sind mit Rundbögen überdeckt. Sie werden durch einen Keilstein geteilt. Fenster und Türen sind unsachgemäß modernisiert. Der Sockel hat eine Natursteinplattierung erhalten.
Im Inneren ist das Gebäude zum größten Teil umgebaut.

Carl-von-Ossietzky-Straße 6
Baujahr: 1905
Bauherr: Günther Enders
Entwurf: A. Herrmann (Mönchengladbach)
Ursprüngliche und heutige Nutzung: Wohnhaus
Die Doppelhaushälfte mit Landhauscharakter ist Bestandteil einer Häuserreihe, die um 1900 „Am Stadtgarten" errichtet wurde.
Die auf ein Fahnenband in Stuck geschriebene Jahreszahl verweist auf das Baujahr 1905.
Das zweigeschossige Haus ist mit einem vorderseitigen Mansarddach, aus dem ein spitzer Giebel hervorspringt, überdeckt. Die Schräge des Mansarddachs sowie der Giebel sind in einer Biberschwanzdachpfanne eingedeckt.
Die Fassade des Hauses teilt sich in drei Achsen. Die mit einem Gewölbe übermauerte Eingangstreppe ist auf der rechten Seite angeordnet, darüber ein Fenster. Mittig wird der Erker von zwei Konsolen getragen. Unter dem Erker befindet sich ein Fenster und auf dem Erker ist ein Balkon aufgebaut. Der Balkon wird von dem Dachgiebel, der die mittlere und rechte Achse überspannt, überdeckt. Mittig dem Giebel zugeordnet befinden sich zwei Fensteröffnungen, die mit einem gemauerten Rundbogen überdeckt sind. Der Rundbogen wird geteilt durch einen Keilstein. Auf der linken Achse sind zwei Fenster angeordnet. Die Fensteröffnungen des Hauses werden durch einen Riegel in Oberlicht und Flügel geteilt. Fenster und Tür sind im originalen Zustand erhalten. Der Sockelbereich ist in Quaderputz ausgeführt und wird durch einen Kellereingang unterbrochen.
Im Inneren des Gebäudes sind im Flur eine Stuckdecke mit Elementen des Jugendstils, die ursprünglichen Bodenfliesen und die Holztreppe erhalten.

Carl-von-Ossietzky-Straße 8
Baujahr: 1908
Bauherr: Albert Laufs
Entwurf: Willy Esser
ursprüngliche und heutige Nutzung: Wohnhaus
Die unter dem Oberlicht der Eingangstüre eingearbeitete Jahreszahl deutet auf das Baujahr 1908. Das dreigeschossige Gebäude erhebt sich in der Mitte in einem seitlich von Voluten gerahmten Giebel aus der Häuserreihe und bildet somit einen städtebaulichen Pendant zur gegenüberliegenden Parkanlage.
Die Fassade, in unregelmäßigen Achsen gegliedert, ist im unteren Geschoss bis zum abschließenden Sohlbankgesims des Obergeschosses in Werksandstein ausgeführt. Des weiteren sind der Erker sowie Fensterlaibungen und die Giebelabdeckung aus Sandstein mit Ornamenten versehen.
Bemerkenswert ist die qualitätvolle innere Ausstattung des Hauses.

Carl-von-Ossietzky-Straße 10
Baujahr: 1906
Bauherr: Jakob Hüpkes
Entwurf: H. u. W. Eigelshoven
1938 Wintergarten-Anbau (Bauherr: M. Brons)
ursprüngliche und heutige Nutzung: Wohnhaus
Das Wohngebäude ist zweigeschossig mit ausgebautem Dachgeschoss und Mansardgiebeldach errichtet.
Die Putzfassade mit neuzeitlichem hochliegendem Sockel ist in 3 Achsen ausgeführt, wobei die linke Achse gleichzeitig Eingangsachse ist.
Die zweiflüglige Hauseingangstür weist zwei Türfenster und ein Oberlicht mit Laterneneinsatz auf. Die Glasflächen erhalten eine Bleiverglasung.
Der Eingangsbereich wird betont durch ein über dem Eingang befindliches ovalförmiges in Bleibuntglas gehaltenes Sprossenfenster. Dieses ist von geometrischen Bändern umgrenzt und mit einem Schlussstein versehen. Die danebenliegenden Erdgeschossfenster, die mit einem Flachbogen ausgeführt sind, weisen die gleiche Ornamentform auf.
Die Fassade erfährt eine Betonung in der rechten Achse. Zum einen springt diese geringfügig vor und zum anderen kragt über zwei erdgeschossigen Fenstern im Obergeschoss ein dreiseitiger Fenstererker aus. Dieser wiederum findet seinen Abschluss in einem mit historisierenden Schmuckformen versehenen Ziergiebel. Der Ziergiebel weist eine zweiflüglige Balkontür auf, die von geometrischen Bändern und einem Schlussstein umgeben ist.
Ferner zeigt der Erker eine geometrische Stuckornamentik auf und wird beidseitig von einem figurierten Ornament, einem Mädchenkopf, gerahmt. Über dem Fenstererker ist eine Balkonbrüstung zu finden.
Die links nebenliegenden zwei Obergeschossfenster sind mit geometrischen Bändern und einem Schlussstein geschmückt.
Das Dachgesims ist schlicht und zurückhaltend ausgeprägt und wird durch die bauliche Ausbildung der Kombination Fenstererker und Ziergiebel in seiner Geradlinigkeit unterbrochen.
Der Grundriss des Hauses ist nahezu unverändert. So ist im Dielenbereich die originale Treppe mit Jugendstilelementen zu finden. Der reich verzierte Anfangspfosten und das Treppengeländer zeigen eine florale und geometrische Ornamentik. Die Treppenform ist gerade, dreiläufig mit gleichsinnigem Richtungswechsel. Ebenso erhalten sind die Stuckdecken im Erd- und Obergeschoss, die aufwendig gearbeitete vegetabile und geometrische Stuckornamente aufweisen. Die Holzinnentüren zeigen vier untereinanderliegende Türfenster auf, die mit Bleiverglasung versehen sind.
Das Haus ist vollunterkellert und zeigt Tonnengewölbe auf.

Carl-von-Ossietzky-Straße 12
Baujahr: 1906
Bauherr: Sterbekasse Deutscher-Militär-Anwärter V.V.a.G.
Entwurf: Carl Imig
ursprüngliche und heutige Nutzung: Wohnhaus
Das Gebäude ist zweigeschossig mit ausgebautem Dachgeschoss und einem Mansardgiebeldach errichtet. Die Fassade gliedert sich in 5 Achsen, wobei die mittige Achse gleichzeitig Eingangsachse ist. Die originale zweiflüglige Hauseingangstür mit Oberlicht und Türfenstern ist durch geometrische Ornamentik und figurierter Schnitzerei, einem Knabenkopf, geschmückt.
Der Eingangsbereich ebenso die Erdgeschossfenster sind mit geometrischen Bändern umgrenzt und mit einem Rundbogen versehen, der einen Schlussstein mit einem Blütenornament aufweist. Unterhalb der Sohlbank der erdgeschossigen Fenster sind Blatt- und Blütenornamente zu finden. Die Fenster im Erdgeschoss und teilweise im Obergeschoss zeigen die gleiche originale Gestalt, ein zweiflügliges Fenster mit Oberlicht. Das Oberlicht nimmt hier eine Sprossenteilung auf, wobei der Glaseinsatz einen grünen Farbton aufweist.
Die backsteinsichtige Fassade erfährt eine Betonung in der mittigen Achse. Über dem Hauseingang kragt im Obergeschoss ein rechteckiger Fenstererker aus. Dieser wiederum findet seinen Abschluss in einem Ziergiebel. Ferner ist der Erker im Brüstungsbereich mit vegetabiler kranzförmiger Ornamentik geschmückt. Die danebenliegenden Fenster sind von geometrischen Bändern umgrenzt und mit einem Segmentgiebel versehen. Dieser ist mit floralen Schmuckformen verziert. Die Fensterbrüstungen des Obergeschosses sind mit Blüten- und Blattornamenten geschmückt.
Das Dachgesims übernimmt Anklänge der Fassadengestaltung. Es weist zum einen ein Blüten- und Blattfries auf und zum anderen eine geometrische Form. Das Dachgesims wird in seiner Geradlinigkeit unterbrochen durch das tieferliegende Dachgesims des Fenstererkers.
Der Grundriss des Hauses ist nahezu unverändert. So befinden sich im Flur noch die ursprüngliche Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und der reich verzierte Anfangspfosten. Ebenso erhalten sind die farbigen Bodenfliesen und die Holzinnentüren, wobei die zweiflüglige Holztür mit Oberlicht im Erdgeschoss zwischen Windfang und Flurbereich besonders hervorzuheben ist. Diese ist geprägt durch einen über die gesamte Öffnungsbreite reichenden Rundbogen, der ein durch zwei tulpenförmige Sprossen unterteiltes Oberlicht aufweist. Die Türflügel zeigen Holzkassetten auf. Sehr repräsentativ zeigen sich die Stuckdecken im Erdgeschoss und zum Teil im Obergeschoss mit ihrer verschiedenartigen Ornamentik. Das Gebäude ist voll unterkellert.

Carl-von-Ossietzky-Straße 14
Baujahr: 1935
Bauherr: Carl Didden
Entwurf: Willy Esser
kein Baudenkmal

Texte: Fred Pollmanns, Verein für Heimatpflege e.V. Viersen, unter Verwendung der Eintragungstexte aus der Denkmalliste, Untere Denkmalbehörde der Stadt Viersen

     

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