Dülken, Viersener Straße 13

Baujahr: 1910/11
Bauherr: Franz Röhlen, Färbereibesitzer (Dülken)
Entwurf: Franz Fuesers, Bauunternehmer (Dülken)
Eintragung in die Denkmalliste: 2002

Das von außen eher unscheinbare zweigeschossige Wohnhaus mit großem geschweiftem Giebel offenbart seine historischen Schätze im Inneren. An erster Stelle fällt eine für diesen Bautyp ungewöhnliche zentrale Halle ins Auge, an deren vier Seiten entlang sich die Holztreppe mit Galerie bis in das Dachgeschoss hinaufzieht. Anfänger und Eckpfosten der Treppe sind reliefiert bzw. durch Eckabfassungen und Bekrönungen gestaltet. Im Erdgeschoss tragen die Anfänger zusätzlich schmiedeeiserne Lampenaufsätze. Die Belichtung des mit dunklen Holzvertäfelungen ausgestatteten Raums erfolgt von oben durch ein großes buntverglastes Fenster, der Boden besteht aus zweifarbigen Marmorsteinplatten; im Erdgeschoss steht ferner ein kleines marmornes Trinkbecken auf Säulchen.
Ein weiteres Schmuckstück ist der buntverglaste und ebenfalls holzvertäfelte Wintergarten auf der Rückseite, mit Zierfachwerk außen. Zahlreiche Ausstattungsstücke wie alte Türen, Heizkörper sowie weitere Wandvertäfelungen und Buntfenster vermitteln an vielen Stellen noch ein anschauliches historisches Raumbild. So verbindet eine durchfensterte Flügeltür die „Veranda“ mit dem ebenfalls holzvertäfelten „Esszimmer“.
Der stark gegliederte Grundriss des Hauses, u.a. mit drei verschiedenen Kellerabgängen, erklärt sich aus der Tatsache, dass es sich ursprünglich um das Wohnhaus eines Arztes handelte, mit integrierter Praxis an der Vorderseite und einem eigenen Labor im Keller. Vom Podest des Vestibüls aus führte eine Tür in die links gelegenen ehemaligen Praxisräume des Zahnarztes: zunächst ein Wartezimmer und anschließend zwei „Operationszimmer“, zwischen denen eine Stiege in ein zugehöriges Labor im Keller hinabführte.
Der Bauherr Franz Röhlen, Besitzer einer Färberei am Markt, ließ das Haus nämlich nicht für sich selbst errichten, sondern für seine Tochter Ella und ihren Mann Dr. Wilhelm Philipp, der sich 1909 als erster approbierter Zahnarzt in Dülken niedergelassen hatte. Philipp zählte ferner zu den frühen Automobilisten in Dülken; sein Name taucht auch in der Liste der Zeitnehmer beim Eröffnungsrennen des Nürburgrings 1927 auf.

Tag des offenen Denkmals 2003

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