DĂŒlken, Viersener Straße 62

Baujahr: 1883/84
Bauherr: Benjamin Lucas, Seidenfabrikant
Architekt: unbekannt
Eintragung in die Denkmalliste: 1988 

Das von der Straße hinter seiner Einfriedung etwas zurĂŒck liegende GebĂ€ude ist im fĂŒr noble Bauten dieser Zeit typischen, spĂ€tklassizistischen Stil gehalten. Es erhebt sich zweigeschossig mit Mezzanin und flachem Walmdach ĂŒber einem zweiflĂŒgeligen Grundriss. Ein dreigeschossiger Turm mit verschieferter Haube betont die rechte Hausecke. Sockel-, Geschoss- und Kranzgesims sowie ornamentale Friese (zwischen Erd- und Obergeschoss ein Wasserwogenband - „laufender Hund“ -, unter der Traufe des Risalites BlĂŒtenmotive) verleihen der Fassade eine horizontale Lagerung.
Innen betritt man zunĂ€chst einen geraden Eingangsflur, an dessen Decke sich eine feine Groteskenmalerei befindet, von stuckierten Kehlprofilen und BĂ€ndern gerahmt und eine Mittelrosette aussparend. Flur und Treppenhaus mit der originalen Holztreppe sind durch einen aus Pilastern gebildeten Durchgang voneinander abgesetzt. Alte RahmenfĂŒllungstĂŒren, teilweise zweiflĂŒgelig, sind erhalten und fĂŒhren links und rechts des Flures in die Zimmer. Der Wohnraum links des Eingangsflures prĂ€sentiert mit seiner wandfesten Ausstattung und reprĂ€sentativem, möglicherweise ebenfalls der Bauzeit entstammenden Mobiliar ein eindrucksvolles historisches Raumbild. Eine holzfarbene Stuckdecke mit Mittelrosette und kassettenteilender BĂ€nderung ĂŒberfĂ€ngt den Raum. Die einzelnen Felder enthalten teilweise wieder groteskenĂ€hnliche FĂŒllmotive, die Kehlen sind mit reichem Blattwerk besetzt. In der Mittelrosette ist ein HĂ€ngeleuchter angebracht. Optische Dominante des Raumes ist ein stattlicher Zierschrank in Neorenaissanceformen, dessen Alter augenscheinlich dem des Hauses entsprechen könnte.
Ebenfalls noch originale Raumdekoration enthĂ€lt das erdgeschossige Turmzimmer. Seine sechseckige Decke ist mit Kehlprofilen und Mittelrosette stuckiert, die drei schmalen, einmal horizontal geteilten Fenster sind farbig bleiverglast, das mittlere zeigt das Wappen DĂŒlkens.
Die Villa wurde zwar 1883/84 fĂŒr den Seidenfabrikanten Benjamin Lucas errichtet, bekannt ist das Haus aber vor allem als spĂ€terer Wohnsitz der Unternehmerfamilie Tonnar.

 

Tag des offenen Denkmals 2003

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