Viersen (Helenabrunn), Katholische Pfarrkirche St. Helena

Text aus: Denkmäler in der Stadt Viersen, Website der Stadt Viersen (www.viersen.de)
Red.: Ellen Westerhoff

Geschichte
1576 Auf dem Helenenberg entsteht die erste Helenenkapelle aus Stein.
1636 Unter Pfarrer Gerhard Pontanos von St. Remigius (1619-1660) wird eine zweite steinerne Kapelle erbaut.
1666 Die zweite steinerne Kapelle wird von Pfarrer Rainer Heiden von St. Remigius (1660-1682) erneuert.
1801 Die Kapelle wird von Pfarrer Anton Kimmel um die Sakristei erweitert.
Pfarrer Hubert Erkens, Kaplan von St. Remigius (1833-1837) organisiert einen Kirchenbau-Sammelverein.
1843 An die Kapelle wird eine dreischiffige Hallenkirche mit Westturm nach Plänen des Kreisbaumeisters Lüdke aus Kempen gebaut.
1852 Die Weihe findet statt.
1893 Ein neues Westportal wird errichtet.
1913 Die Empore wird erweitert. Eine neue Orgel von Klais in Bonn wird aufgestellt.
1922 Das Innere und das Dach werden instandgesetzt.
1927 Im Chor werden Mosaike angebracht.
Um 1955 Ein neuer Hochaltar in Marmor wird anstelle eines jetzt verschollenen, aus der Münsterkirche in Neuss stammenden Barockaltars mit Säulenretabel aufgestellt.

Beschreibung
Die heutige Kirche setzt sich aus einem Teil der Kapelle von 1666, dem Anbau der Sakristei von 1801 und der dreischiffigen Hallenkirche von 1843 zusammen. Die Kirche wird in Backsteinen mit neugotischen Formen und vorgezogenem Westturm errichtet. Der Kirchturm weist eine Höhe von 34,78 m auf. Er ist im Erdgeschoss an der Süd-, West- und Nordseite mit einem gotisch gemauerten Bogen versehen. Das Hauptportal ist in den Westbogen eingebaut. Dieses Turmportal wird im Jahre 1893 neu erbaut. Die Außenseite besteht aus Liedberger-Sandstein. Die Portalanlage verjüngt sich nach oben zu einem gotischen Spitzbogen, der nach innen sieben kleinere Spitzbögen aufweist. Innerhalb dieser befinden sich im Unterteil des Spitzbogens zwei gotische Dreipassfenster. Über dem Portal ist ein rundes Fenster mit Vierpass aus Liedberger-Sandstein gearbeitet.
Im darüber liegenden Geschoss sind an allen Seiten je zwei gotische Bögen im Mauerwerk geblendet. In den Bögen befindet sich je ein schmaler Ventilationsschlitz.
Das oberste Geschoss beherbergt den Glockenstuhl. Je zwei Schallöcher mit fünf abgeschrägten Eisenplatten und einer darüber mittig angeordneten Uhr gliedern die Turmfassade.
Die Halle ist in vier Fensterachsen errichtet, wobei unter der Orgelempore je ein Seitenportal aus Liedberger-Sandstein angeordnet ist. Das über dem Portal befindliche, auf die Orgelempore gehende Fenster stellt, bezugnehmend auf den Kirchenchor, eine Lyra dar. Das darüber liegende Kirchenfenster zeigt als Symbol der Kirchenmusik eine Orgel.
1801 wird von Pfarrer Anton Kimmel eine Sakristei am Ostende der Kirche erbaut. An der Südseite führt zu der Tür eine neunstufige Treppe hinauf, deren Geländer handgeschmiedet ist. 1957 wird eine neue Sakristei angebaut, die mit der alten über einen Gang verbunden ist.

(...)

Literatur:
Clasen, Carl-Wilhelm: "Viersen" in: Wesenberg, Rudolf/Verbeek, Albert (Hrsg): "Die Denkmäler des Rheinlandes", Düsseldorf 1964
Dohr, Ferdinand: "Die Geschichte der Pfarre St. Helena, Viersen-Helenabrunn", Viersen 1971

Quellen:
Akte Heimerstraße 8, "Pfarrkirche St. Helena", Sta. 65 Hochbauamt der Stadt Viersen
Akte Heimerstraße 8, "Pfarrkirche St. Helena", Sta. 63 Bauordnungsamt der Stadt Viersen

Stand: Hochbauamt der Stadt Viersen

 

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