Die Baudenkmäler im Kreis Heinsberg: Stadtgebiet Erkelenz (I): Kuckum - Weyerhof

 

Kuckum

Straßendorf entlang eines Weges am Talrand der Niers. 1300 zum ersten Mal urkundlich erwähnt; die im Namen Kuckum enthaltene Endung „-heim“ lässt aber auf wesentlich ältere Ursprünge (vielleicht im Zusammenhang eines fränkischen Hofes) schließen.
Lit.: Gillessen, S. 74; Mackes, S. 169-173.

Link: Artikel Kuckum in wikipedia

Kath. Kirche Herz Jesu
1890/91 errichtete neugotische Backsteinkapelle mit Dachreiter, giebelständiger Saalbau zu vier Jochen mit dreiseitig geschlossenem Chor. Der Planverfasser ist nicht bekannt, kleinere Anbauten 1925/26 durch Eduard Endler (Köln). – Der Neubau ersetzte eine Fachwerkkapelle aus 1794, an der Straßenecke nach Unterwestrich.
Lit.: Pappert, S. 92-96; HBA, S. 670; Mackes, S. 380-382; Glocken, S. 79f., 140; Kleindenkmäler, S. 189 (Christusstatue)

 

Foto aus: wikipedia.


In Kuckum 25
Vierflügelige Backsteinhofanlage a. d. 19. Jh., die Straßenfront Anfang d. 20. Jhs. mit einem Schmuck-Verputz versehen. – Zusammen mit den ähnlichen, etwas weniger aufwändigen Fassaden von Nr. 23 und 31 anschauliche Beispiele für diese späthistoristische Applikationen an Hofanlagen im Erkelenzer Land.



Ehem. Kuckumer Mühle
Backsteinhofanlage a. d. 19. Jh., die eigentliche Windmühle wurde Anfang d. 20. Jhs. abgebrochen.
Lit.: Mackes, S. 315f.; Susanne Sommer: Mühlen am Niederrhein, Köln 1991, S. 268.

 


Kleindenkmäler: Wegekreuz (vor der Kuckumer Mühle), 1725, Werkstein, bemalt, mit Korpus und Muschelnische mit Relief der Mater dolorosa, im Sockel Inschrift mit Jahreszahl.
Lit.: Kleindenkmäler, S. 187.

 

Lützerath

Die erste urkundliche Nennung 1168 passt zum vermutlichen Ursprung als Rodungsort in hochmittelalterlicher Zeit. Erst mit Anfang des 19. Jhs. ist zu den ursprünglichen drei Hofanlagen etwas weitere Besiedlung hinzugekommen, der Charakter als Weiler ist aber noch immer anschaulich.
Lit.: Gillessen, S. 77; Mackes, S. 173-181.

Link: Lützerath im Artikel Immerath in wikipedia

Lützerath 14 (Duissener-, Mönchs- od. Wachtmeisterhof)
Einer der ursprünglichen Höfe in Lützerath, 1265 vom Kloster Duissern erworben (die beiden anderen Höfe waren Besitz des Klosters Neuwerk und der Herren von Wevelinghoven). An der Fassade des verputzten giebelständigen Wohnhauses in Ankersplinten die Jahreszahl 1763.
Lit.: Mackes, S. 176-179.

 

Foto aus: Kulturlandschaft Erkelenzer Börde (1990)


Kleindenkmäler: I. Ehem. Grabkreuz (vor dem Paulshof): 1790; Blaustein mit Flachrelief, auf der Rückseite Inschrift mit Namen der damaligen Pächter des Duissener Hofes, mit Jahreszahl. II. Wegekreuz (an der Straße nach Immerath): Neugotisches Werksteinkreuz in schmiedeeiserner Umfriedung, auf dem Sockel Inschrift mit Namen der Besitzer des Wachtmeisterhofes und Jahreszahl 1867.
Lit.: Kleindenkmäler, S. 142, 148.

 

Pesch

Der ursprüngliche Name dieser Reihensiedlung an der Straße von Immerath nach Garzweiler lautete Werencerode (1265), später Werretsrath (1645). Erst in der 2. H. d. 17. Jh. ging der Name der Eigentümer des am westl. Ende d. Siedlung gelegenen Herrenhauses, der Hoen von Pesch, auf den gesamten Ort über. – Das Haus Pesch, eine grabenumwehrte zweiteilige Anlage, deren zweiflügeliges Herrenhaus das Denkmälerinventar 1904 in das 17. Jh. (Kapelle 1859), die vierflügeligen Wirtschaftsgebäude in das 19. Jh. datiert, ist nicht in die Denkmalliste eingetragen.
Lit.: Gillessen, S. 81; zu Haus Pesch: KD, S. 317f.; Lehmann, S. 70-79; HBA, S. 664 (Kapelle). – Denkmalpflegebericht: JRD 19 (1951), S. 65.

Link: Pesch im Artikel Immerath in wikipedia

In Pesch 13, 45
Hofanlagen aus dem 19. Jh., das Fachwerk-Wohnhaus Nr. 13 mgl.weise auch älter, Nr. 45 vierflügeliger Backsteinhof.

 

Foto: In Pesch 13


Kleindenkmäler: I. Wegekreuz gegenüber Haus Pesch, ein relativ aufwändig gestaltetes Sandsteinkreuz, laut Inschrift 1867 gestiftet v. Carolina von dem Bongart; Sockel mit Wappen und Inschrift, darüber Nische. II. Wegestock (bei Nr. 42), vereinfachter Wiederaufbau eines 1995 bei Bauarbeiten zerstörten neugotischen Wegestocks.
Lit.: Kleindenkmäler, S. 141, 146; Dokumentation v. P. Staatz, Nov. 2003, im Archiv des RhAD

 

Foto: Wegekreuz gegenüber Haus Pesch


Roitzerhof

Einer der Feldhöfe nordwestlich von Holzweiler (s. Eggerather Hof), urkundlich 1341 genannt und als freies Rittergut 15.-18. Jh. im Besitz der Familie Paland, ab ca. 1740 der Kölner Patrizierfamilie de Groote.
Lit.: Gillessen, S. 81.

Roitzerhof
Im Anschluss an einen verheerenden Brand 1754 neu errichtete, ehem. wasserumwehrte Backsteinhofanlage (Wappenstein m. Chronogramm am Herrenhaus dat. 1757), Wirtschaftsgebäude wohl z.T. jünger.
Lit.: KD, S. 84; Heinrich Marten: Der Roitzer Hof. In: HK 1959, S. 98-100; Paul Blaesen: Holzweiler, Bd. 1, Köln 1981, S. 94-96.

 

Foto aus: Kulturlandschaft Erkelenzer Börde (1990)


Kleindenkmäler: Hof- u. Wegekreuz (beim Roitzerhof), Blaustein m. Metallkorpus, Ende 19. Jh.
Lit.: Kleindenkmäler S. 125.

 

Westrich

Der 1285 belegte Name bezeichnet wahrscheinlich den westlichen Gebietsteil des grundherrlichen Bereiches von Keyenberg. Ausgangspunkt des zweiteiligen Weilers dürfte der an einem Quellbach der Niers gelegene Herrensitz Zours gewesen sein.
Lit.: Gillessen, S. 86; Mackes, S. 264-278.

Link: Artikel Unterwestrich in wikipedia

Zourshof (Unterwestrich)
Ehem. zweiteilige Wasserburganlage der seit 1300 belegten Edelherren von Zours. Das Herrenhaus ist untergegangen (als Bodendenkmal geschützt), erhalten ist die Vorburg, eine vierflügelige Hofanlage mit umgebendem, teilweise erneuerten Wassergrabensystem; die Gebäude wurden nach Brand 1828 erneuert.
Lit.: Mackes, S. 267-276 (s.a.: HK-Heinsberg 1982, S. 59-65).

 

Foto aus: Kulturlandschaft Erkelenzer Börde (1990)


Kleindenkmäler: I: Unterwestrich, neugotisches Sandsteinkreuz, in Inschrifttafel dat. 1909; II: Unterwestrich, am Zourshof, eisernes Wegekreuz mit Korpus und Marienfigur, 19. Jh., um 1920 aus Glimbach hierher versetzt; III: Oberwestrich, neugotisches Wegekreuz, Ende 19. Jh., in einer wohl etwas jüngeren Backsteinnische.
Lit.: Kleindenkmäler, S. 175f

 

Foto: Wegekreuz am Zourshof.


Weyerhof

Wohl der jüngste der drei zu Holzweiler gehörenden Feldhöfe (s. Eggerather Hof), um 1550 urkundl. genannt. Noch auf der Tranchotkarte befindet sich die Hofstelle auf der anderen Seite des Weges.
Lit.: Gillessen, S. 87.

Weyerhof
Vierflügeliger Backsteinhof, die heutigen Gebäude aus der 2. H. d. 19. Jhs., das Wohnhaus mit zeittypischen neugotischen Schmuckformen und Figurennische im Zwerchhausgiebel (m. Josefsstatue).
Lit.: Paul Blaesen: Holzweiler, Bd. 1, Köln 1981, S. 94; Kleindenkmäler, S. 130 (Josefsstatue).

 

Foto aus: Kulturlandschaft Erkelenzer Börde (1990)

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